Elsbeth Wallnöfer ist mir als streitbare, sehr unkonventionelle Trachtenexpertin ein Begriff. Ihre diesbezügliche Radikalität habe ich oft auch – um es etwas bös zu formulieren – auch als Teil ihrer Marke interpretiert. Das getraue ich mich zu behaupten, haben wir von der ArGe Volkstanz in Südtirol und noch mehr von der österreichischen BAG mit dem Trachtenphänomen schon in den Nuller-Jahren auseinandergesetzt. Und zwar auf recht kritischer Weise, auch an bisher unreflektiert tradierter Quasidogmen rüttelnt.
Abb. 1: Artikel in der „FF“ Nr 11 2025.
Desto angenehmer war ich überrascht, als ich untigen Artikel in der Wochenzeitschrift „FF“ gelesen habe. Dort erklärt sie sehr verständlich das akut gewordene Problem des politischen Populismus. Dabei vergisst sie nicht auch den zur Zeit weniger grassierenden, aber trotzdem auch existierenden Linkspopulismus zu nennen. Das Interview weckt daher die Neugierde auf das Buch.
Weniger geglückt ist im Interview die Stelle wo sie ganz apodiktisch behauptet: „Kompatscher erhoffte sich, in Italien [mit den Rechten] mehr zu erreichen. Hat er das? Ich sage: nein. Er hätte mit den moderaten Mitte-Leuten viel mehr erreicht, auch innenpolitisch.“ Woher kann sie das wissen? Mag schon sein, dass der Wunsch Vater des Gedankens war, aber diese Gewissheit… Und auch im ersten Viertel des Artikels. wo sie Sebastian Kurz als exemplarischen Populisten darstellt: m.E. bediente Kurz sich sehr wohl sehr geschickt populistischer Instrumente, hatte aber inhaltlich dann doch etwas mehr zu bieten als die Autorin im zuschreibt, besonders wenn man ihn mit anderen dieser Machart, auch international, vergleicht. Aber trotzdem, in jedem Fall lesens- und merkenswert.
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