Thomas Bernhard bringe ich ganz stark mit meinem studienbedingtem Wiener Aufenthalt in Verbindung. Ihm, direkt und indirekt, verdanke ich eine geistige Öffnung, mit der man sicher nicht prahlen kann, aber wie ich sie vorher nicht gekannt hatte. Deshalb war es für mich auch ein bewegender Moment, als wir im Sommer 2022 auf seinem Hof in Ohlsdorf eine Führung bekamen und danach auch ein ausführliches Gespräch mit seinem Bruder und dessen französichstämmigen Frau möglich war. Am Ende tauschten wir Wein mit Buch. Angeleitet durch das sehr aufschlussreiche Buch von Harald Schmitt (Vorstellung im ORF-Kultur-Beitrag unten) aßen wir auch Tafelspitz im Gmundner Hotel Schwan.

Im Winter darauf frühstückten wir wir in Wien nicht nur in einem seiner Lieblingscaffés, dem Bräunerhof, sondern besuchten auch seine Grabesstätte im Grinziger Friedhof. Eigentlich waren wir auch dort, um das Grab von Josef Kinsele zu suchen, aber das war gerade ein paar Jahre vorher aufgelassen worden. Klingt offensichtlich nach billigem Fantourismus, ist es auch, aber es war ja eigentlich nur eine Abrundung der Beschäftigung mit dem Autor, hatte ich doch einige seiner Werke gelesen, manche, wo es ganz von alleine ging („Alte Meister“), andere, wie „Frost“, die ich mir hart erarbeiten musste. Und dann sind ja noch seine Theaterstücke; die meisten habe ich in Wien gesehen, aber auch in Meran und Neumarkt (den dort beeindruckenden „Theatermacher“ auch an anderen zwei Spielstätten).
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